My Ceramics are not for everyone*

Guten Morgen, ihr Lieben,

danke, dass Sonntag so unglaublich viele von euch bei unserem Summer Studio Event in Hamburg vorbeigeschaut haben!

Es hat großen Spaß gemacht, euch alle zu sehen und wir sind immer wieder so dankbar dafür, dass wir unglaublich wertschätzende, unterstützende Kund*innen haben. Kund*innen, die respektvoll sind, die sich bewusst für unsere von Hand gefertigten Produkte entscheiden, die deren Handwerk und Qualität hoch schätzen und unsere Preise ebenso verstehen. So erleben wir vor allem sehr warme, herzliche Begegnungen mit unseren Kund*innen - also Euch. Wir meinen, dass das daran liegt, dass sich die meisten, die bei uns einkaufen, sehr bewusst dafür entscheiden, ein handwerkliches Stück von uns zu besitzen – mit allem, was zu diesem gehört. Danke an euch, dass ihr auch gestern so viel geshoppt habt und den Nachmittag zu einem wunderschönen sommerlichen Sonntag habt werden lassen.

Neben all der Freude und Dankbarkeit gibt es noch etwas, das mir seit gestern auf der Seele brennt. Sonntag hatten wir nämlich auch eine Begegnung mit einem Besucher, der unserem Team sehr wirsch unsere Preisgestaltung kritisiert hat. Deshalb möchte ich heute ein paar Worte dazu schreiben.

Unsere Produkte werden von einem kleinen Team von Hand in und um Hamburg gefertigt. Kein einziges Stück ist dabei jemals identisch mit einem anderem und genau hierin liegt ihre Besonderheit, ihre Einzigartigkeit. Die einzelnen Prozesse benötigen ihre Zeit; bei uns fließt die Liebe zum Handwerk in jedes Produkt ein. Selbstverständlich müssen wir das auch bei der Preisgestaltung berücksichtigen. Über Preise haben wir in der Vergangenheit bereits hin und wieder gesprochen, allerdings noch nie komplett transparent kommuniziert, wie wir unsere Preise kalkulieren, da wir offen gesagt immer noch justieren. Und, wie oben schon angedeutet, natürlich viele Faktoren in einen Preis einfließen. Was zum Beispiel bei einem so kleinen Label wie dem unseren ein großer Punkt ist, sind Innovation und Entwicklung. Wir denken uns mehrmals im Jahr neue Produkte aus. Bis beispielsweise ein neuer Becher bei euch im Schrank steht, vergeht eine Menge Zeit. Zeit, die richtige Form zu finden, die passende Glasur, Fehler zu beseitigen, das Produkt serienreif zu machen etc. Diese ganze Zeit sollte in einem kleinen Prozentsatz eigentlich auch in dem jeweiligen Produkt und dessen Preis einberechnet werden – etwas, das wir bisher gar nicht gemacht haben. Aktuell decken die Produktpreise vor allem die tatsächlichen Produktionskosten, vom Material über die Personalkosten bis hin zu Strom und dessen Verpackung. In Hamburg zu fertigen, bringt unausweichlich höhere Kosten mit sich, aber auch die Möglichkeit, regionales Handwerk zu bewahren, euch einen wirklich nahen Einblick in die Herstellung und unser Arbeiten zu geben, es macht und flexibel und ermöglicht unter anderem auch, dass wir Studio Events wie die am vergangenen Sonntag veranstalten können.

Wir sind uns dessen bewusst, dass unsere Produkte eine Nische bedienen und das ist auch so gewollt. Was ich damit meine:

Wir designen kleine besondere Stücke in kleinsten Auflagen, die etwas Besonderes und dazu gedacht sind, sie zu sammeln. Das spricht vor allem Menschen an, die den Unterschied zwischen Handwerk und Industrie kennen – und schätzen. Als kleines Team können wir auch nur eine bestimmte Anzahl von Stücken auf einmal herstellen.

Handgemachte Keramik kostet mehr Geld und Zeit in der Herstellung. Dementsprechend sind sie teurer als Industrieprodukte. Das müssen sich Menschen natürlich leisten können und wollen.

Die Entscheidung, ein höherpreisiges Produkt zu kaufen, schafft auch mehr Awareness beim Konsumverhalten und übt uns vielleicht darin, weniger zu konsumieren. Dafür aber nachhaltiger und wertiger.

Unsere Keramiken sind persönlich. Und sie erzählen eine Geschichte, denn man weiß, wer sie hergestellt hat und wo. Sie sind wie kleine Mitbewohner – je länger sie bei einem sind desto mehr werden sie Teil der Familie.

Sincerely, Ini