Meet the Team: Caro

In unserer neuen Serie “Meet the Team” möchten wir euch die Menschen vorstellen, die ihre Herzen und Expertisen in We Are Studio Studio stecken und gemeinsam mit Gründerin Ini das Label zu dem machen, was es heute ist. Den Anfang macht unser neuestes Team-Mitglied: Caro.

Liebe Caro, was hast du in den letzten Jahren so gemacht?
Die letzten Jahre habe ich in Stockholm gelebt und zuvor in Berlin, wo ich aufgewachsen bin. Nach Stockholm bin ich für meinen Master in nachhaltiger Stadtplanung gezogen; anschließend habe ich noch ein Jahr lang die Kunstschule Nyckelviksskolan besucht, um dort Keramik zu studieren. 

Der Norden beschäftigt und beeindruckt mich sehr: die Natur, die Farben, das Licht, die Architektur... Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich mich auch intensiv mit der geopolitischen Situation in der Arktis auseinandergesetzt und pflege insgesamt eine Leidenschaft für die Region. Wenn ich träumen darf, reise ich irgendwann mal nach Spitzbergen.

Wie bist du zur Keramik gekommen?
Meine Eltern begeistern sich sehr für Keramik (und auch grundsätzlich für Handwerk), allerdings eher in Form des Besitzens toller Gebrauchsgegenstände. So habe ich meine Kindheit in vielen Keramikläden verbracht, vor allem in unseren Sommerurlauben. Da wurde jedem Keramikschild am Wegesrand nachgefahren, um etwas zu entdecken; vielfach zum Leid meines Bruders und mir. In meiner frühen Jugend ging ich viele Jahre lang zum wöchentlichen Keramikunterricht (Handbuilding), was aber schließlich durch die Pubertät unterbrochen wurde. 

2016 traf ich in Stockholm eine tolle Frau und sehr gute Freundin, Cara aka @caraguthrieceramics, die mich sehr inspiriert. Cara brachte mich zurück zu diesem Handwerk. Wieder in Berlin, fing ich dann mit Volkshochschulkursen erneut mit dem Töpfern an. Als ich später nach Stockholm zog, fand ich ein shared studio, in dem ich weiter an meiner Keramik arbeiten konnte, bis ich mich entschied, noch ein Jahr lang die Kunstschule zu besuchen. 

Warum Keramik?
Ich glaube, es gibt für mich weniger ein einziges ausschlaggebendes Argument, warum es mich speziell zur Keramik zieht, sondern eher warum zum Handwerk – und das ist gleichzeitig auch die Antwort darauf, warum ich mich von der Stadtplanung entferne. Ich finde es schwierig, mir Dinge vorzustellen, die zu abstrakt sind. Mich erfüllt es viel mehr, mit meinen Händen zu arbeiten, unmittelbar zu sehen, was ich an einem Tag geschafft und geleistet habe. Beim Handwerk gibt es ja sofort ein physisches Ergebnis, ein Produkt. Die Stadtplanung ist dagegen viel abstrakter; viele Dinge haben dort so einen langen Planungshorizont. 

An Keramik finde ich außerdem so wunderschön, vor allem Alltagsgegenstände herzustellen und mir dabei vorzustellen, wie sie jeden Tag die neuen Besitzer*innen in diesen vermeintlich banalen, kleinen Momenten glücklich machen. Ich merke das ja auch bei mir, was für einen Unterschied es macht, aus welcher Tasse ich meinen morgendlichen Kaffee trinke. Und zu wissen, dass ich mit einer kleinen Tasse oder einem Teller jemandem einen besseren Start in den Morgen verschaffen kann, das macht mich zufrieden. 

Was inspiriert dich?
Ich finde meine Inspiration vor allem in der Natur, in langen Wanderungen durch die Berge, in neuen Orten und Gesprächen mit Menschen. In dem Austausch über Träume. Mich inspirieren außerdem Architektur und wie der Mensch seine gebaute Umgebung wahrnimmt. Und: Licht und wie Licht die Wahrnehmung verändert. 

Warum hast du dich für Hamburg entschieden?
Hamburg war gewissermaßen eine Entscheidung im Ausschlussverfahren. Stockholm war aus verschiedenen Gründen für mich vorbei, Berlin kam aufgrund der Größe, der Hektik und des Chaos für mich nicht wieder infrage und in Hamburg hatte ich bereits ein gewisses soziales Netzwerk. Unabhängig davon, vereint Hamburg viele Qualitäten, die ich an einer Stadt schätze: Ich finde die Größe überschaubar; wenn man will, kann man gerade so überall hin laufen. Es gibt außerdem ein großes kulturelles Angebot. Und: Hamburg ist sehr grün, es gibt viel Wasser (auch wenn nicht nutzbar), ich mag den nordischen Flair – vor allem auch im Gemüt der Menschen und ich finde Hamburg vor allem schön (und sauber, haha, vor allem in Vergleich zu Berlin). Hamburg ist für mich in allem die perfekte Mitte zwischen Stockholm und Berlin und liegt glücklicherweise irgendwie auch in der Mitte (ich kann also weiterhin auch fix in Skandinavien sein).

Herzlich Willkommen in unserem Team, liebe Caro.

Fotos: Sarah Buth